«Aus Einbauschrank wurde ein Tunnel»

Lebensgeschichte Martin Widmer

Geboren wurde ich am 22. Januar 1944 als Zweitgeborener und Hahn im Korb von insgesamt vier Kindern.

Aufgewachsen sind meine Familie und ich in Bichwil. Im Jahr 1968 zog es uns nach Gossau. Seit früher Kindheit schon, war mein Interesse für alles was mit Elektronik zu tun hatte, riesig. Ein grosses Glück also für mich, dass wir überall mit Elektronik in Berührung kommen. Von meinem Vater, der eine eigene Metzgerei führte, erhielt ich dann ein Eisenbahnset geschenkt. Die Leidenschaft für das Elektronische und allem Drumherum stieg ins unermessliche.

Da war ich nun «gefangen» in meiner eigenen Eisenbahnwelt. Diese entstand durch viel Handarbeit, Bastelstunden, Geduld und Fantasie. Mit Packpapier und Holz erschuf ich Tunnels und Landschaften. Da es in meinen Augen jedoch nicht genug Tunnels geben konnte, musste leider ein Einbauschrank geopfert werden. Noch immer besitze ich eine Zug-Garnitur in meinem Kasten, diese müsste jedoch etwas geölt werden um funktionstüchtig zu sein.

Es wird keine grosse Überraschung sein, dass ich eine Ausbildung zum Elektromonteur antrat und diese Lehrzeit in einer Firma in Flawil absolvieren durfte. So faszinierend ich dieses Thema auch fand, bzw. finde, hat es einen kleinen unsympathischen Nebeneffekt – Stromschlag. Auch diese Begegnung hatte ich während meiner Lehre. Nach meiner Ausbildungszeit durfte ich bei diversen Arbeitgebern meine Erfahrungen sammeln und erweitern. Das Unterstützen (im elektrotechnischen Bereich) meines Vaters in seiner Metzgerei, war für mich eine Selbstverständlichkeit. Dennoch konnte ich mein Sackgeld mit «hausieren» von Fleischware aufstocken.

Als Teenager entdeckte ich die Vielfalt der Fotografie und bekam auch meinen ersten eigenen Fotoapparat. Das «Fötele» gehört noch immer zu einer meiner grössten Leidenschaften. Was lässt sich mit dem Aufnehmen von schönen Momenten besser kombinieren, als das Reisen? So fuhr ich kreuz und quer durch Städte und Länder: Von Paris, München bis nach Österreich oder auch im Fürstentum Lichtenstein durfte ich wunderschöne Aufnahmen knipsen. Besonders mochte ich es Gebäude abzulichten. Ich frage mich aber nun, wo und wie ich so gut Französisch gelernt habe…