Lebensgeschichte Rolf Schwarz

Ich heisse Rolf Schwarz und wurde am 14. Juli 1936 geboren. Aufgewachsen bin ich mit meinen Eltern in Freienwil im Kanton Aargau.
Nach meiner Schulzeit absolvierte ich in Niederweningen eine vierjährige Lehre als Mechaniker. Anschliessend blieb ich noch ein Jahr im Betrieb als Mitarbeiter tätig. Danach zog es mich zurück nach Baden, wo ich bei der Firma Brown, Boveri & Cie. zu arbeiten begann. Die Arbeit gefiel mir sehr und ich war gerne dort beschäftigt. Zuerst arbeitete ich in der Werkstatt, später durfte ich in die Technik wechseln, wo ich unter anderem Zeichnungen anfertigte.
Die Firma bot mir die Möglichkeit, für ein halbes Jahr nach England zu gehen. Da es mir dort so gut gefiel, verlängerte ich meinen Aufenthalt kurzerhand um weitere sechs Monate. Nach einem Jahr kehrte ich wieder in die Schweiz zurück, wo meine Eltern inzwischen in Brugg lebten.
Anschliessend arbeitete ich eine Zeit lang in Zürich und besuchte nebenbei die Abendschule. In Oerlikon fand ich eine Stelle in einer Maschinenfabrik. Leider war die Führung dort nicht optimal, weshalb viele jüngere Mitarbeitende – darunter auch ich – entlassen wurden.
Danach begann ich bei der Firma Bührle in Oerlikon zu arbeiten. Dort wurden unter anderem Panzer und medizinische Geräte hergestellt. Auch diese Firma schickte mich ins Ausland – ich durfte zwei Monate in Stockholm verbringen, nämlich im Dezember und Januar.
In dieser Zeit hatte ich auch das Glück, meine spätere Frau Dora kennenzulernen. Wir begegneten uns an einer Haltestelle in Oerlikon. Später holte ich sie oft mit meinem Motorrad von der Arbeit ab. Sie arbeitete 35 Jahre lang bei der Swissair am Flughafen Zürich-Kloten.
Gemeinsam bauten wir ein Haus in der Nähe von Brütten, in dem wir 33 Jahre lang lebten. Es war eine schöne und erfüllte Zeit. Beruflich arbeitete ich später 20 Jahre bei der Firma Rieter in Winterthur. Die Hälfte dieser Zeit war ich im Verkauf tätig, was mir besonders gut gefiel.
Nach unserer Zeit in der Nähe von Brütten zogen meine Frau und ich nach Gossau, wo wir nochmals rund 20 Jahre glücklich in einer Wohnung lebten. Mit der Zeit verschlechterte sich jedoch der Gesundheitszustand meiner Frau, weshalb sie im Jahr 2021 ins Betagtenzentrum Schwalbe eintrat. Ich besuchte sie jeden Abend und verbrachte Zeit mit ihr.
Im Jahr 2023 ist meine Frau leider verstorben. Für mich war das ein sehr schwerer Moment – plötzlich war ich alleine.
Anfangs ging es noch gut, alleine zu Hause zu leben. Mit der Zeit wurde es jedoch immer schwieriger. Ich erhielt Unterstützung von der Pro Senectute – alle zwei Wochen kam jemand vorbei, um mich im Haushalt zu unterstützen. Zusätzlich bekam ich starke Schmerzen im Bein und in der Hüfte. Eine Operation kam nicht infrage, deshalb wurde versucht, die Beschwerden mit Medikamenten zu lindern.
Schliesslich entschied ich mich, ins Betagtenzentrum zu ziehen. Heute bin ich sehr dankbar, hier zu sein. Es geht mir im Moment recht gut und ich schätze die Unterstützung sehr. Besonders die Pflegefachfrauen bedeuten mir viel. Ich sage oft: „Ihr seid alle sehr Gold wert für mich.“
Ich finde, die jungen Menschen von heute geben sich grosse Mühe und ich bin ihnen sehr dankbar für alles, was sie für mich tun.
Früher habe ich in meiner Freizeit gerne geturnt, bin Ski gefahren und war viel mit meiner Frau wandern. Ausserdem habe ich viele Jahre in Waldstatt gejasst. Heute höre ich gerne Musik in meinem Zimmer, besonders Oberkrainer oder das Lied „T’en va pas“ von André Loppe, weil man dazu so schön tanzen kann.
Heute habe ich nur noch einen Wunsch: Ich möchte eines Tages einfach einschlafen und nicht mehr aufwachen. Ich habe ein gutes und langes Leben gehabt und bin dankbar dafür.