«Erwischt wurden wir nie – zu unserem Glück.»

Lebensgeschichte Alois Hofstetter

Alois Hofstetter

Ich bin Alois Hofstetter und wurde am 12. Juli 1948 in Wildhaus geboren – im Hause gehöre ich doch zu den Jüngeren (schmunzelt). Mit meiner jüngeren Schwester und meinen beiden älteren Brüdern erlebten wir eine schwierige Kindheit, doch an unsere liebevolle Mutter erinnere ich mich sehr gerne zurück.

Nach der für mich anstrengenden und obligatorischen Schulzeit war es mir aus motorischen Gründen nicht möglich, einer Ausbildung nach zu gehen. Gearbeitet habe ich aber natürlich trotzdem – zuletzt 41 Jahre im Metallbau. Die Produktion von Garderoben/Spinds lag bei mir an der Tagesordnung und hat mir immer grossen Spass gemacht. Als Kind musste ich mit vielen Gebrechen zurechtkommen: Keuchhusten, Hirnhaut-Schädigung und hatte beide Arme gebrochen. Nach sieben langen «Gips-Wochen» konnte ich auch wieder fleissig auf dem Hof unterstützen.

Gearbeitet und geholfen wurde viel, Spass durfte bei uns dennoch nicht fehlen. Es machte uns sehr Spass (eigentlich darf ich das gar nicht erzählen…) die Schläuche bei den «Bschütti-Anhängern» auf den Feldern rauszuziehen, zu vertauschen oder an einem anderen Anhänger anzubringen. Erwischt wurden wir nie – zu unserem Glück. Die Tage auf dem Hof waren streng, aber auch schön. Das Beobachten beim Kalben war für mich immer äusserst spannend und hatte meine volle Aufmerksamkeit.

In meinem Leben ging ich aber noch anderen Hobbies nach: Ich puzzelte unendlich gerne, auch bei einem 5000-er Puzzle machte ich keinen Halt. Teppiche habe ich geknüpft sowie Läufer und Bettvorlagen gehäkelt. Nach vielen schönen Jahren traf mich erneut ein Schicksalsschlag:

Im Jahr 2020 erlitt ich eine Lungenembolie, mein Überleben grenze an ein Wunder, meinte der Arzt zu mir. Was soll ich sagen? Ich bin eben ein Kämpfer! Da mein Lungenvolumen bei 50% liegt, entschied ich mich vernünftigerweise im Jahr 2020 für eine langfristige neue Bleibe. So trat ich im Juni 2022 ins Betagtenzentrum Schwalbe ein – mein neues Daheim.

Hier fühle ich mich sehr wohl, mag die Gespräche mit dem Personal, mit den anderen Bewohnenden und bin immer für ein «Chäferfest» zu haben. Es macht es doch einfacher, wenn man mit einer gesunden Portion Humor durchs Leben geht, oder?

An dieser Stelle auch mal ein Dankeschön an alle, die mich so mögen und akzeptieren, wie ich bin!

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