Lebensgeschichte Walter Arnold
Vor vielen Jahren habe ich im Fernsehen einen Beitrag über einen schnitzenden Bauern gesehen, der für Touristen Edelweisse aus Holz gefertigt hat. Das hat mich fasziniert und inspiriert. Ich wollte das unbedingt auch versuchen, nur als Bauer bleibt einem nicht viel Zeit und Ruhe für ein solches, doch sehr aufwendiges Hobby.
Als ich die Landwirtschaft aufgab, habe ich mir mein Wissen und Können in der Schnitzerei vertieft. Ich wurde kritisch anderen Schnitzern gegenüber und begutachtete ihre Werke. Einmal fuhren wir über den Klausen und haben in einem Restaurant einen Halt gemacht. Da hatte es geschnitzte Edelweisse zum Verkaufen. Ich wollte sie unbedingt besser machen, so habe ich mir die Zeit genommen und getüftelt.
Denn auch nicht jedes Holz ist geeignet für das Schnitzen von Alpenblumen. Es muss die richtige Feuchtigkeit haben, dass es sich biegen lässt, ohne zu brechen. So habe ich vieles ausprobiert. Für die grossen Schnitzereien, meine Kühe, eignet sich Lindenholz am besten. Für die kleinen Blumen, wie meine Edelweisse oder Enziane, braucht es wieder anderes Holz.
Ausgerüstet mit Sackmesser, ja sogar einem Spitzer habe ich schon viele Arbeitsstunden investiert. Ich mag mich noch gut an meine erste geschnitzte Kuh erinnern. Ich wollte sie von einem Foto abgeleitet schnitzen. Das ging aber voll daneben, sie war eine Katastrophe. Unproportional und überhaupt nicht ansehnlich. So habe ich meine sieben Sachen gepackt und habe mich direkt im Stall auf einen Strohballen mit Blick auf die Kuh platziert, um möglichst authentisches Werk zu erschaffen. Seit gut zehn Jahren habe ich das Auge für Proportionen und Aussehen geschult und den «Dreh» raus.
Das Schnitzen ist heute zwar seltener geworden, doch eine zweite Leidenschaft hat bei mir seit Jahren festen Bestand, das Schreiben. Meist entstehen dabei fantasievolle Geschichten, die ganz meiner eigenen Vorstellungskraft entspringen. Viele dieser Erzählungen habe ich noch im Kopf und werde sie zu einem späteren Zeitpunkt niederschreiben. Einige sind bereits zu Papier gebracht.
